Mittwoch, 4. Mai 2016

Schicksalsschläge

Die Zeit vergeht im Fluge. Vieles hat sich ereignet in den letzten Monaten; zu vieles, um alles in einem Beitrag zu erzählen. Wo sollte ich da nur anfangen? Die emotionale Achterbahnfahrt der Planung und Durchführung einer crowdfunding Kampagne? Das Ausbrechen aus einer schwierigen Situation dank der Unterstützung unzähliger Menschen? Wie ich am Tiefpunkt einen ganz speziellen Menschen kennen gelernt habe, der mir neue Hoffnung gab und mich seither täglich begleitet? Mein neues Zuhause in einer italienischen WG? Warum ich nach einer Woche in Berlin an einem Tag 20h geschlafen habe? Wie ich in New York fast die Nacht auf der Strasse verbringen musste? Warum das Wetter in Boston scheisse ist?

Nein, ich will eine spezielle Lebensgeschichte mit euch teilen, die nichts mit mir selber zu tun hat. Eine Geschichte, die selbst mir zunächst zu unglaublich erschien, um wahr zu sein. Über die Tage lernte ich die Person jedoch besser kennen und habe keinen Zweifel mehr an deren Wahrheit.

Als wir das Gebäude verliessen setzte er seine spezielle Brille auf, die seine empfindlichen Augen gegen das Licht schützen. Kurz zuvor nahm er noch einen letzten tiefen Zug von seinem Spray gegen seine unzähligen Allergien. Essen, Reinigungsmittel, sein Körper reagiert äusserst sensibel auf sämtliche Einflüsse. All zu lange spazieren wir nicht, da seine Rückenschmerzen ihm Probleme bereiten. Stehen ist in Ordnung, lange Zeit gehen, liegen oder sitzen nicht. Ein Blick die Vergangenheit des 34-jährigen Mannes und die körperlichen Beschwerden werden erklärbar.

Es fing bereits in der Kindheit an. Psychisch misshandelt und vernachlässigt von den Eltern wurde er von Verwandten zu Verwandten weiter gereicht, aufgrund der finanziellen Unterstützung des Staates kämpften die Eltern jedoch um das Sorgerecht und erlangten dieses schlussendlich. Er wurde gezwungen bei ihnen leben zu müssen. In der Armee fand er neue Geborgenheit, war im Irak und Afghanistan, bis er von einem eigenen Soldaten in den Rücken geschossen wurde. Zum Glück trug er eine Schussweste, die Wunde ist aber auch nach mehreren Jahren noch gut ersichtlich. Der nächste Schicksalsschlag ist nur schwer verdaulich. Mittlerweile hatte er Frau und Kind, diese wurden bei einem Einbruch erschossen und er ist seither Witwer.

Trotz all der Scheisse, die er erleben musste, weilt er heute noch unter uns und gab nie auf. In der Religion fand er neue Hoffnung und kann wieder lachen, obwohl der Schmerz und die Trauer noch immer tief in seinen Augen erkennbar ist. Selbstverständlich ist dies keine Aufforderung zum Glauben, sondern soll euch selber Hoffnung geben. Egal wie schlimm die Situation momentan aussieht, es gibt immer einen Lichtblick, jemand der bereit ist zu helfen.


Sonntag, 20. Dezember 2015

Breakfast conversation

Don't be sad. I'm in a similar situation right now. Different circumstances, but the result is the same: She's not talking to me anymore, no final words, no goodbye, just radio silence. And all the time I'm asking myself the same questions: Why? Did it mean nothing to hear? Was anything she ever said true? How can she throw away our friendship like that?

I don't know the answers to these questions and I will not be able to find them. There is only one person in the universe who knows them: Her - and there is no guarantee, that she will ever tell them. Until then we have, not to wait, we have to move on, as much as it may hurt, but there is no point in being sad.

If you listen deep down in yourself and are honest with you, you will admit that there was always something not quite right. We are hopless, we knew this all the time and ignored it. We were living in the moment, enjoying the time we had, because we knew it will not last forever and be over sooner than we wish for. It was not perfect, but we hung on to the thought because in all the world there is nothing we want more than a happy and healthy relationship. To finally find love, have our own family and settle down. For that reason we treat them like queens and always get hurt as we are just peasants. But we don't give up, we try and try again in a neverending quest for love until we may find peace. 

Dienstag, 24. November 2015

Der Tod der Freundschaft

Wir verlassen die Turm-Analogie und begeben uns wieder auf konkreteren Boden. Beziehungen, im allgemeinen Sinne, bestehen aus Geben und Nehmen. In der Utopie herrscht die perfekte Balance dessen. In der Realität investiert eine Partei aber immer mehr als die andere, welches zu emotionalem Ungleichgewicht führt. Für die konstant investierende Person gewinnt die Beziehung an mehr Bedeutung. Schliesslich, wenn auch unbewusst, will ihr Investment Früchte tragen. Für die empfangende Person mag sich dies zwar gut anfühlen, aber die Bedeutung der Beziehung vermag es dadurch nicht zu wachsen.

Nun nehmen wir eine unausgeglichene Freundschaft. Analog dem Text über Freundschaft & Liebe wird die gebende Person unweigerlich irgendwann die unsichtbare Schwelle übertreten. Wir können uns belügen, es verleugnen, herunterspielen, aber nicht vergessen. Die Realisation darüber bringt keine Freude. Trauer ist ihre Nachricht, denn es bedeutet den Tod der Freundschaft.

Die Mitteilung dieser Botschaft verändert alles. Der Überbringer hat sich dazu entschieden, die Beziehung zu beenden. Eine Weiterführung wäre nicht gesund, ein Funken Hoffnung ist stets da. Verständnis, Enttäuschung, Ärger, die Reaktion darauf kann unterschiedlichst sein. Ich wusste es und hoffte, bei mir würde sich das selbe Gefühl einstellen. Ich wollte, dass ich mich irre. Warum musstest du unsere Freundschaft ruinieren?

Wie auch immer die Reaktion sei, Abstand wird benötigt, damit die Wogen sich glätten können. Zurück bleiben zwei verletzte Personen, die sich zwar gegenseitig sehr mögen, aber beide gehen ihren weiteren Weg alleine. Sofern es der Zufall will, werden sich die Wege in ferner Zukunft wieder kreuzen. Der Schmerz geht vorbei, aber die Erinnerungen an die guten Zeiten kann uns niemand nehmen.

http://www.vipservices.org/letting-go-improves-mental-health/

Montag, 23. November 2015

Einstürzende Neubauten

Der Turm ist gefallen.

Ein solch grosses Unterfangen, wie das Schubsen eines Turmes, sollte wohl überlegt, die möglichen Konsequenzen berücksichtigt sein. Es wäre leichtsinnig, das Risiko begraben zu werden zu hoch. Dank vereinten Kräften folgte der Sturz ohne Spektakel, die Schaulustigen blieben aus. Der Aufschlag abgefedert durch ein Moosbett. Keine Katastrophe, keine Erschütterung. Fast in seiner Gänze liegt der Turm nun da. Zu gross, um zu übersehen. Zu schwer, um wieder aufzurichten. Der Schuttplatz bekam ein neues Denkmal. Selbst dort vermögen es Blumen zu blühen - bei genügend Sonneneinstrahlung.

Nicht wer, sondern was. Symbolische Darstellung über Personifizierung.

Sonntag, 22. November 2015

Zurück in Palermo

Es war ein verrückter Sommer, unfassbar im Nachhinein. Es war klar, dass die Magie nicht mehr die gleiche sein wird bei einer Rückkehr. Kein Rhys, keine Geovana, selten Gäste, mehr Regen, gemässigtere Temperaturen, praktisch keine Touristen.

Wir sind die Zurückgebliebenen. Während für viele das Leben weiterging, blieb es hier stehen. Selbst für Margherita fühlte sich das leere Haus seltsam an. Die Stadt versprüht nun einen anderen Charme. Mitte November, auf dem Roller den Fahrtwind eines gefühlt warmen Frühlingstages umspielend, Richtung Abendsonne gleitend, deren Strahlen alles in ihrem orangen Hauch umhüllend, zeigt sich die Melancholie von ihrer schönsten Seite.

In der Vergangenheit schwelgen - eingeholt hat sie uns schnell. Im Sommer begonnene Beziehungen liegen in Trümmern, gemeinsam helfen wir uns gegenseitig die restlichen Scherben aufzuwischen. Doch dies ist das schöne im Hostel-Leben: Neue Menschen betreten den Schuttplatz und helfen mit der Beseitigung. Manche gehen ohne Notiz vorbei, andere errichten neue Türme.

Einer meiner, im Sommer errichteten, Türme steht noch, aber kann sich ähnlich demjenigen in Pisa nicht entscheiden, ob er fallen soll oder nicht. Langsames Aufrichten ist ausgeschlossen, ein kräftiger Schubser wird zeigen, ob der Turm auf die andere Seite fällt oder gerade stehen bleibt.

"Easy to get, easy to lose"

Sonntag, 18. Oktober 2015

Der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit

Wie finanzierst du dir deine Reisen? Damit lässt sich Geld verdienen? Fragen, die mir immer wieder gestellt werden, aber ihr hättet hier nicht einen weiteren Blog Eintrag vor euch, wenn sich dahinter nicht eine weitere Geschichte verstecken würde. 

Zunächst gehen wir zurück ins Jahre 2005, eine Zeit vor Smartphones und Full HD, das Jahr in dem Hurrikan Katrina wütete, Angela Merkel zur Bundeskanzlerin , Ratzinger zum Papst und Samuel Schmid zum Bundespräsident der Schweiz gewählt wurden. Für mich war es das Jahr, indem die obligatorische Schulzeit endete und ich meine Lehre als Chemielaborant begann. Für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig: Am 29. Oktober traf ich mich in Basel für ein Interview zu einer damals neu gegründeten Website, für die ich als Spielejournalist tätig sein wollte. Leider hat dies damals knapp nicht gereicht.

Youtube Ära

Wir springen vorwärts ins Jahr 2013. Mittlerweile voll im Berufsleben stehend ist die Liebe zu Videospielen durch den Überfluss an Zeit wieder entfacht. Nicht jedoch die Call of Dutys, Battlefields, Assassin's Creeds und sonstigen bekannten Namen, die kleinen, kunstvollen, experimentellen Spiele hatten es mir angetan. Eine Sparte, mit der ich vorher nie in Kontakt getreten war, aber aufgrund meiner persönlichen Entwicklung nachvollziehbar war. Let's Plays, also Videos in denen Leute auf Youtube komplette Spiele durchspielen, waren damals kurz vor Erreichung des Zenits und auch ich startete einen Youtube Kanal, welcher sich ausschliesslich Indie Games widmete, eben diesen kleinen, weniger bekannten und nischigen Titeln. Am 19.04.2013 ging mein erstes Video online:




Am 26. April eröffnete ich begleitet einen kleinen Blog dazu, welcher auch heute noch online ist und mit seinem ersten Beitrag mein erstes "Interview" mit einem Spielentwickler, Andy Nguyen, beinhaltete:

[20:36] <SomniumLG> Hey Nguyen, can you tell me why you decided that guards won't follow you up or downstairs?
[20:36] <@Nguyen> because you would get chased forever haha
[20:36] <@Nguyen> and we wanted to section off each floor
[20:36] <@Nguyen> as if its their own level
[20:36] <@Nguyen> also
[20:36] <@Nguyen> one of the best aspects of Monaco is the feeling of getting away just in time
[20:36] <@Nguyen> so if youre getting beating by a guard and youre using a staircase
[20:37] <@Nguyen> and youre just about to die
[20:37] <@Nguyen> but you get through, its a great feeling
[20:37] <@Nguyen> its really tense
[20:37] <@Nguyen> if they followed you, you would just get hit and die
[20:37] <@Nguyen> the goal for monaco was to have a rise and fall to the action
[20:37] <@Nguyen> like a roller coaster
[20:37] <@Nguyen> the chase and escape
[20:37] <@Nguyen> it would be a constant chase if they just followed you
[20:44] <SomniumLG> Do you already have future plans for Monaco? Implementing new stuff and so on?
[20:44] <@CrosbotIV> SomniumLG next big update is the level editor it's in the beta and it's great


Hey, ich habe nichts von überrausragender Qualität geschrieben, dies waren auch mehr Fragen eines Fans, statt eines Journalisten. Am 18. März 2014, nach knapp einem Jahr also, ging das bisher letzte von 540 Videos auf meinem Youtube Kanal online. Nicht etwa, weil ich mein Interesse verloren hatte, sondern weil die Zeit dafür fehlte.

Den nächsten Teil müssen wir stark abkürzen, da wir ansonsten ins Jahr 2005 zurück müssten und uns in Details verlieren würden.  Kurz gefasst: Mit Bekannten versuchte ich eine Online Präsenz über Videospiele zu erstellen, das Projekt scheiterte aber an mangelndem Engagement. Der Funke in mir entfacht, schrieb ich einem anderen Kollegen, der für eine Schweizer Gamewebsite schrieb. Ganz casual schickte ich ihm den Link zu meinem Blog und Youtube Kanal angehängt mit der Frage, ob sie noch Leute zum Schreiben suchen. Zufällig taten sie dies und ich wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Das Quartal Combobreaker

Irgendwie konnte ich mich gegen einen Journalismus Studenten durchsetzen und so ging am 10. März 2014 mein erstes richtiges Review online. Mein liebstes Werk ist jedoch immer noch die psychologische Abhandlung über Veränderungen im Leben zu Dark Souls II und mein Artikel zu den manipulativen Maschenschaften der Videospielindustrie war der erste, der Beachtung auf einer anderen Homepage fand:

"Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ihr Beitrag über Lug & Trug in der Videospielebranche. Es sind sicherlich keine neuen Erkenntnisse, die die Journalisten von Combobreaker mit diesem Bericht ans Tageslicht bringen. Doch im Gegensatz zu anderen Medien wagen sie es, diese auszusprechen und deutlich zu verurteilen."

Nebenher produzierte ich auch einen wöchentlichen Wochenausblick in Videoform. Hinter einem Video standen rund 10 Stunden Arbeit! Neben dem Schreiben und Videos produzieren war ich noch 100% berufstätig, wodurch meine geliebten Indie Games stark in den Hintergrund rutschten.

Das Zeitalter indiegames.ch

Am 9.6.2014 entdeckte ich die Verfügbarkeit von indiegames.ch, programmierte innert zwei Wochen meine eigene Website und durch eine Mail an 20min erschien Anfangs Juli ein Portrait über mich und meine Beweggründe. Bis heute wurden über 400 Artikel auf indiegames.ch veröffentlicht, von mir und auch anderen Personen, zu Spitzenzeiten schrieben insgesamt vier Leute regelmässig dafür.

Neben dem Besuch internationaler Messen, wie die Gamescom in Köln oder die Games Week Berlin, organisierte ich unter anderem die Closing Party der Spielhalle Oslo, veranstalte eine Kinovorführung des Films GameLoading: Rise of the indies, welche erneut Erwähnung auf 20min fand, startete eine Kolumne auf SwissSMP.ch, half bei der Programmierung und Gestaltung von playfuloasis.com und habe diverse Artikel auf games.ch, einer der grössten Websites über Games in der Schweiz, veröffentlicht. Dies waren so die wichtigsten Ereignisse des Jahres, eine detailliertere Auflistung haben wir zum einjährigen Jubiläum veröffentlicht.

Irgendwann musste ich aber einsehen, dass es schier unmöglich ist, von den Einnahmen als Spielejournalist in der Schweiz leben zu können. Eine Erkenntnis, die mich nächtelang nicht schlafen liess, bis mir endlich die Lösung einfiel: ...in der Schweiz leben zu können...in der Schweiz! Bloody hell, ich bin weiss Gott nicht an die Schweiz gebunden und war schon immer sehr reisefreudig. Was danach geschah konntet ihr ja in den ersten Artikeln dieses Blogs erfahren.

Das Projekt indiecouch

Die Lebenserhaltungskosten auf praktisch Null gesenkt, brauchte ich nur noch Geld für gelegentliche Flüge und freizeitliche Aktivitäten. Das Weggli hatte ich schon, aber der Fünfer sollte es dennoch auch sein. Frei wie ein Vogel hatte ich im Sinne immer noch Veranstaltungen auf der ganzen Welt zu besuchen, jedoch stellte es sich in den letzten Jahren als immer schwieriger heraus, eine passende Couch via couchsurfing zu finden. Hostels liegen nun sowieso nicht mehr im Budget.

Zum "Glück" bin ich nicht der Einzige, dem es so geht. Unabhängige Entwickler haben meist ein sehr knapp bemessenes Budget und müssen ihre Spiele an Messen zeigen, damit sie mehr Aufmerksamkeit bekommen. Kurzerhand registrierte ich die Domain indiecouch.org, betrieb Market Research und arbeite nun seit einigen Wochen mit insgesamt vier Personen an dessen Umsetzung.

Das Ziel

Eines ist klar, momentan befinde ich mich mit meinen Einnahmen noch immer weit unter dem Existenzminimum. indiegames.ch wächst zwar stetig, aber langsam. Mit indiecouch.org lässt sich ein weitaus grösseres Publikum erreichen. Mit unserem Vorhaben und den Markteinschätzungen sollte es in Zukunft möglich sein, dieses Minimum zu überschreiten - gegen Ende nächsten Jahres.

Ihr seht also, ohne meine Arbeit als Spielejournalist, wobei dies für meine Tätigkeiten viel zu eng gesteckt ist, wären äusserst beliebte Artikel wie Groschenroman nie entstanden. Wenn ihr Gefallen an diesem Blog habt und mich auf meine Weg unterstützen wollt, dann könnt ihr dies via Patreon tun. Die Plattform ist ähnlich zu Kickstarter, aber anstatt einmal zu spenden, lässt ihr den Künstlern einen monatlichen Betrag zukommen. Die Beschreibung ist zwar vorwiegend auf indiegames.ch ausgerichtet, aber ihr kennt den Menschen dahinter, mich, ja mittlerweile.

Über was ich als nächstes Schreiben werde, kann ich noch nicht sagen, zunächst steht eine weitere ruhige Woche in der Schweiz an, bevor es für ein paar Tage an die Paris Games Week geht und danach für neun Tage nochmals in den WK. Ich würde ja für euch eine einwöchige Ausbildung zum Fallschirmspringer absolvieren, damit ich was zum Schreiben habe, aber hey, das liegt momentan finanziell einfach nicht drin. :D