Dienstag, 24. November 2015

Der Tod der Freundschaft

Wir verlassen die Turm-Analogie und begeben uns wieder auf konkreteren Boden. Beziehungen, im allgemeinen Sinne, bestehen aus Geben und Nehmen. In der Utopie herrscht die perfekte Balance dessen. In der Realität investiert eine Partei aber immer mehr als die andere, welches zu emotionalem Ungleichgewicht führt. Für die konstant investierende Person gewinnt die Beziehung an mehr Bedeutung. Schliesslich, wenn auch unbewusst, will ihr Investment Früchte tragen. Für die empfangende Person mag sich dies zwar gut anfühlen, aber die Bedeutung der Beziehung vermag es dadurch nicht zu wachsen.

Nun nehmen wir eine unausgeglichene Freundschaft. Analog dem Text über Freundschaft & Liebe wird die gebende Person unweigerlich irgendwann die unsichtbare Schwelle übertreten. Wir können uns belügen, es verleugnen, herunterspielen, aber nicht vergessen. Die Realisation darüber bringt keine Freude. Trauer ist ihre Nachricht, denn es bedeutet den Tod der Freundschaft.

Die Mitteilung dieser Botschaft verändert alles. Der Überbringer hat sich dazu entschieden, die Beziehung zu beenden. Eine Weiterführung wäre nicht gesund, ein Funken Hoffnung ist stets da. Verständnis, Enttäuschung, Ärger, die Reaktion darauf kann unterschiedlichst sein. Ich wusste es und hoffte, bei mir würde sich das selbe Gefühl einstellen. Ich wollte, dass ich mich irre. Warum musstest du unsere Freundschaft ruinieren?

Wie auch immer die Reaktion sei, Abstand wird benötigt, damit die Wogen sich glätten können. Zurück bleiben zwei verletzte Personen, die sich zwar gegenseitig sehr mögen, aber beide gehen ihren weiteren Weg alleine. Sofern es der Zufall will, werden sich die Wege in ferner Zukunft wieder kreuzen. Der Schmerz geht vorbei, aber die Erinnerungen an die guten Zeiten kann uns niemand nehmen.

http://www.vipservices.org/letting-go-improves-mental-health/

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen