Wer liebt sie nicht, die Seifenopern? Tauchen wir ein wenig in das chaotische Liebesleben im Vucciria Hostel ein.
Ausflug nach Australien
Die letzten Tage waren eher ruhig, was die Anzahl an Gästen anbelangt, stellenweise waren es nur zwei, welche hier länger zugegen waren: Holly aus Australien und Tom aus Deutschland. Tom hat leider die unglückliche Rolle des fünften Rades am Wagen erwischt, egal wohin wir gehen. War es zunächst noch in Ordnung für ihn mit Geovana (Mein brasilianischer Ersatz für Rhys) und mir abzuhängen, so änderte sich sein Glück, als er Gefallen an Holly fand. Euch sind sicher schon Menschen begegnet, die einfach nicht miteinander umgehen sollten, da sie sich nicht auf der selben Wellenlänge befinden und konstant aneinander vorbei reden. Tom konnte das nicht einsehen und probierte es trotzdem immer und immer wieder, obwohl von Holly aus wirklich gar nichts kam.
Donnerstag Abend kamen spontan Pläne zustande, am nächsten Tag nach Favignana zu gehen. Der Plan kam von Elizabeth aus, der Freundin von Martino (der Besitzer des Hostels). Elizabeth war wenige Wochen zuvor ein Gast im Hostel und kam nach einer Woche Abwesenheit wieder zurück, die beiden sind so sehr verliebt, dass einem fast übel wird, aber dies nur eine kleine Notiz am Rande.
Mit auf die Reise wären gekommen: Martino, Elizabeth, Tom, Holly, Geovana und ich. Dieser Plan geriet jedoch ins Wanken, als uns Martino Donnerstag Nacht mitteilte, nachdem wir gerade vom Gelato Festival (omg so genial!) Halt. Stop, da muss ich doch noch ein wenig weiter ausholen, mehrere Wochen genauer gesagt. Es war vor mehreren Wochen also, als ich über Tinder eine Litauerin kennen lernte, welche momentan in Palermo Jura studiert. Geschrieben haben wir oft, aber uns nie getroffen; jedenfalls nicht geplant. Es geschah eines Morgens, dass ich eine Nachricht von ihr bekam mit der Nachricht: "Hey, warst du gestern Abend vor der Taverna?" - Per Zufall war ich das sogar gewesen und ich konnte mich an ein Gesicht erinnern, dass sehr vertraut wirkte, aber ich wusste bei bestem Willen nicht, wo ich es einordnen sollte und ihr Blick drückte den selben Ausdruck aus. Nachdem ihre Frage positiv beantwortet wurde, kam eine Nachricht rein die sagte: "Dann warst es also doch auch du vor zwei Wochen im Bus!" Dies war doch recht verblüffend, da ich den Bus bisher nur einmal gebraucht hatte, um zum Strand in Mondello zu gelangen. Damit der Zufälle nicht genug.
Vor dem Gelato Festival gingen wir wieder zum Piazza Bellini, um die Folk Tänzer zu bewundern. Gleich als erstes erspähte ich Katharina, eine ehemalige Besucherin des Hostels, welche jetzt auch in Palermo Jus studiert. Ich konnte mich noch sehr gut erinnern, da sie am bisher einzigen regnerischen Tag gegangen ist und ich ihr half ihr tonnenschweres Gepäck die hundert Treppenstufen hinunterzutragen, was aufgrund der Nässe in einem Sturz endete, welcher aber glücklicherweise nichts mehr als ein paar bleue Flecken hinterliess. So traff ich sie also wieder, unterhielt mich mit ihr ein wenig über die letzten Tage und wenn erblicke ich da aus den Augenwinkeln? Die Litauerin! Da ich bereits mit Geovana, Holly und Tom unterwegs war und gerade mit Katharina rumgeflirtet hatte, war dieser erneute Zufall definitiv zu viel und wir haben uns nicht mal begrüsst.
Zurück zur eigentlichen Geschichte. Als wir zurück zum Hostel kamen gegen 1 Uhr Morgens, erklärte uns Martino, dass am Morgen jemand im Hostel sein müsste, da um Acht Uhr neue Gäste ankommen. Wir wollten um 8.30 Uhr gehen. Eigentlich kein Problem, aber so ist Martino halt manchmal, ein wenig kompliziert. Nach kurzem hin und her der Aufopferung, beschloss Geovana zu bleiben.
In der Nacht verschob sich jedoch das Gefüge des Universums und wo vorhin nichts war, fand ich mich plötzlich um vier Uhr Morgens im Wohnzimmer mit Holly wieder. Wir beschlossen, dass wir den nächsten Tag lieber alleine zu zweit verbringen wollten und konnten dies auch gleich Martino mitteilen, der uns entdeckte, als er kurz Wasser holen kam in der Nacht. Die liebe Geovana musste natürlich informiert werden, dass sie nun doch an den Strand kann, da ich am Morgen ausschlafen werde, was elegant über Whats App geschah. Nur Tom ging in diesem Informationskreislauf unter, wir wollten ihn ja nicht extra dafür mitten in der Nacht aufwecken.
Nach knapp drei Stunden Schlaf klingelte es um 7 Uhr Morgens an der Haustüre, ich sprang aus dem Bett und empfing noch halb schlafend die Gäste. Durch meinen spontanen Weitsprung wurde auch Geovana wach, welche mit mitteilte, dass sie trotzdem hier bleiben werde, da sie noch ein paar wichtige finanzielle Dinge zu erledigen hat. Ach ja, Geovana und ich schlafen im selben Raum wie sechs andere Gäste, Holly im Erdgeschoss im Vierer Zimmer. Seelenruhig ging ich wieder schlafen, da ich mich mit Holly erst um 10 Uhr verabredet hatte für einen Ausflug an den Strand. Vergessen hatten wir dabei, dass sie Tom letzten Abend gesagt hatte, dass er sie am Morgen wecken sollte, falls sie nicht wach ist. Im Halbschlaf bekam ich noch mit, wie der arme Tom voller Elan um 8 Uhr aufstand und duschen ging. Holly war natürlich noch am Schlafen und antwortete seinem Weckversuch, dass sie erst später an den Strand ginge, aber drückte sich nicht wirklich klar dabei aus. Richtig albern wurde es, als ich um zehn Uhr aufstand, gemütlich Kaffee trank und Tom Holly fragte, wann sie denn jetzt an den Strand ginge. Er ging am Morgen nicht mit Martino und Elizabeth mit, weil er nicht das fünfte Rad am Wagen sein wollte. Holly war seine Fragerei ein wenig unangenehm und die Blicke im Raum von ihr und Geovana waren auf mich gerichtet. Ein wenig später erklärte ich Tom im anderen Raum kurz auf Deutsch, dass Holly und ich alleine ein wenig Zeit miteinander verbringen wollten. "Ok, alles klar", die knappe Antwort.
Nach einem wunderschönen Tag zu zweit, an dem wir rund 15 Kilometer bei brütender Hitze gelaufen sind, kamen Holly und ich am Abend wieder im Hostel an. Irgendwas lag aber in der Luft und schnell wurde herausgefunden, dass Tom den Tag alleine am Strand in Mondello verbracht hatte. Bis auf ein kurzes "Hey" redete er mit keinem mehr von uns und wirkte sehr betrübt. Wenige Minuten nach unserer Rückkehr zog er sich sogar aufs Zimmer zurück und ging schlafen. Wir reden hier von einem 28-Jährigen Mann...später am Abend fand er jedoch neue Freunde bei einer Gruppe mit zwei Single Ladys. Everything's gonna be alright. Holly musste uns leider am Abend verlassen und nahm den Nachtzug nach Rom, ein längeres Wiedersehen folgt aber bereits im November, denn sie hat mich eingeladen für eine Zeit lang mit ihr in Italien zu leben, wo sie momentan als Erasmus Studentin Jura studiert. Als würde ich da nein sagen. Ich hatte bereits mit dem Gedanken gespielt, den Winter in Australien zu verbringen und dies Einladung kommt dem doch schon sehr nah.
Bruch in der Zeitlinie
Die vergangenen Zeilen wurden alle noch in Palermo geschrieben, gleich am Tag nach Hollys Abreise. Danach wurde es richtig wild und ich schreibe mittlerweile aus Leicester zu euch. Ja ihr habt richtig gelesen, ich bin wieder zurück in England in Leicester, wo alles angefangen hat. Fahren wir aber weiter mit den letzten Tagen in Palermo,
Mittlerweile war es Samstag, meine Abreise war für Mittwoch Morgen um 3.30 Uhr geplant. Mir verblieben also noch vier Tage. Manche Menschen stürzten sich zum Vergessen oder Verdrängen in Alkohol oder Drogen, das Mittel meiner Wahl war zu meinem Erstaunen Dating. Durch Holly musste ich neues Selbstvertrauen gefasst haben, jedenfalls hatte ich am Samstag Nachmittag bereits ein Date mit einer Sizilianerin in Bagheria, welches rund 15 Minuten mit dem Zug von Palermo entfernt war. Bagheria ist ein kleines Städtchen, in dem jeder jeden kennt und so war es doch ein wenig unangenehm, von vielen mit aufmerksamen und vielsagenden Blicken angestarrt zu werden. Da ihre Familie sehr konservativ war, stand es ausser Frage heim zu ihr zu gehen und so kamen wir uns auf der Toilette eines Restaurants näher. Gegen 8 Uhr Abends war ich wieder im Hostel und wurde bereits erwartet. Geovana hatte ich nichts vom Date erzählt, aber aufgrund der Art meiner Verabschiedung wusste sie, dass irgendwas im Busch war und wollte natürlich sofort aufgeklärt werden. Solche Dinge lassen sich im Hostel nicht für sich behalten, jeder weiss alles von jedem.
So zum Beispiel Martinos sonderbare Begegnung mit einem japanischen Gast. Martino kam gerade aus der Dusche in seinem Zimmer, wie Gott ihn schuf, als der Japaner an der Tür klopfte und sofort eintrat. Martino blieb ruhig und sagte er solle sofort wieder aus dem Zimmer gehen. Der Japaner schien sehr verstört durch diese Begegnung, hinterfragte nun wohl sogar sein eigenes Geschlechtsorgan und verliess zwei Stunden später das Hostel. Nicht wegen dem Penis-Vorfall, sondern weil er momentan kein Geld von seinem Account beziehen konnte. Wir boten ihm an trotzdem hier zu bleiben, aber die Schande wäre für ihn wohl zu gross gewesen.
Am Sonntag kamen unsere english sunshines Esmerelda und Giya zurück nach anderthalb Wochen Abwesenheit. Die zwei sind ihr ihrer Zeit im Hostel zu guten Freunden geworden und wir hatten einige feucht fröhliche Nächte mit ihnen erlebt. Da gibt es auch noch eine wichtige Randnotiz. In ihrer Zeit hier war ein Niederländer da, Rugy Spieler, lag mehrere Tage im Koma nach einem Autounfall, erlitt dadurch einen Gehirnschaden und musste alles neu erlernen. Die Girls ladeten ihn ein mit nach Syracusa an ein Foto Festival zu kommen. Esme flirtete konstant mit ihm, aber nur zum Spass. So war jeder höchst überrascht, als wir erfuhren, dass der Niederländer mit Giya, der eher ruhigen, an ihrem Geburtstag ins Bett gehüpft ist. Selbstverständlich wurden wir mit allen Details vertraut gemacht, was zu vielen Insider Jokes zwischen uns vieren führte. Selbst andere Gäste merkten an, welch ein eingespieltes Team wir waren.
Esme begann am Sonntag mit Tinder herumzuspielen, aufgrund meines gestrigen Dates und es entflammte eine regelrechte Tinder-Manie unter uns vieren. Ich wollte ihnen natürlich zeigen, wer hier der Mann im Hause ist und so traf ich mich rund zwei Stunden nach Herstellung des ersten Kontaktes bereits einer Dame aus Deutschland, welche für ein paar Tage in Palermo war. Spaziergang am Meer begleitet von Feuerwerk, ein romantischer Abend, Als wir jedoch vor der Tür ihrer Wohnung war, fing es an zu regnen und ich musste mich entscheiden, ob wir wieder reingehen oder noch kurz beim Gelato Fest vorbei schauen, welches heute seinen letzten Tag hatte. Ich entschied mich zu gehen, weil ich mit den Mädels um 23 Uhr abgemacht hatte und es bereits nach halb war. Ich konnte meine Freunde schliesslich nicht für eine flüchtige Bekanntschaft im Stich lassen.
Der Fakt, dass ich kurz vor meinem Date noch ein anderes für den morgigen Tag klar gemacht hatte, brachte mir mittlerweile den Spitznamen Casanova ein und Sätze wie "Don't use your sweet talking on me!" und "You got such a way with words!" fielen des öfteren. Mit meinen drei Engeln ging ich dann also kurz nach meiner Rückkehr trinken:
Von links nach rechts: Giya, Geovana, ich und Esmerelda
Die neidischen Blicke der Italiener könnt ihr euch wohl vorstellen! Um halb zwei schwappte bei mir die Stimmung jedoch, die Abreise von Holly und die baldige meinerseits wurden ins Bewusstsein gespült, was dazu führte, dass ich dem Trubel der Strassen entfliehen wollte. Ich überliess die Mädels ihrem Schicksal und machte mich auf den Weg zurück ins Hostel. Plötzlich rief jemand meinen Namen und ich sah Martino ausufernd winkend. Er war mit Elizabeth in einer ruhigen Bar und sie luden mich zu einem Bier ein. Gleichzeitig offerierte mir Martino nächstes Jahr das Hostel als Manager zu leiten, während er für ein paar Monate sein wird. Ein Angebot, welches ich definitiv in Betracht ziehen werde, wir Details aber noch nicht geklärt haben.
Um drei Uhr war ich wieder im Hostel, schlafen konnte ich nicht. Während ich mir langsam anfing Sorgen, um die Sicherheit der Mädels zu machen, hörte ich plötzlich ein lautes Donnern auf den Strassen und kurz darauf betraten die Hübschen das Hostel. Nach Schliessung der Bar um 2 Uhr waren sich auf einem Bordstein gesessen (...) und wurden plötzlich von Typen angemacht. Geovana fing sich sogar mit einem an zu Prügeln und als sie nach Hause gingen hatten sie eine Meute von Acht Typen im Schlepptau, die unbedingt das Gebäude betreten wollten, Geovana ihnen aber glücklicherweise die Türe vor der Nase zuschlug. Meine Engel kann man einfach nicht alleine lassen.
Der nächste Tag war sehr ereignislos und verbrachte ich nach getaner Arbeit am Morgen meist schlafend bis 4 Uhr Nachmittags. Am Abend geschah es zum ersten Male, dass sämtliche Gäste mit uns auf dem Balkon unseres Zimmers verbracht hatten. Es war sehr entspannt, wobei die Insider Jokes zwischen uns vieren dominierten. Wir beschlossen an diesem Abend auch, Silvester gemeinsam in Brighton zu verbringen. Lange Umarmungen folgten beim zu Bett gehen, da Esme und Gi uns am frühen Morgen verlassen werden.
Der letzte Tag
Alle waren sie weg, Esme, Gi, viele weitere Gäste und selbst Tom ging am Morgen, der sich in den letzten Tagen kaum mehr mit jemandem unterhalten hatte und stets alleine nach Mondello gegangen war. Zwei Deutsche brachten ein wenig Stimmung in die Bude und versorgten mich mit fantastischer Pasta, gingen aber auch am Nachmittag, den ich selber gemütlich am Meer mit einem Buch verbracht hatte. Gegen Abend waren nur noch drei frisch angereiste im Hostel und die Stimmung leicht gestresst. Mit Margherita, Geovana und Carolina, einer Spanierin, ging ich ein letztes Mal im Piazza Vucciria deliziöse Sandwiches mit frisch gegrilltem Fleisch essen und mit den zwei Mädels auf einen Spaziergang ans Meer gefolgt von Gelato. Zurück im Hostel machte ich mich daran, eine Unterkunft in Birmingham zu finden, wohin ich Morgen gehen werde für den Besuch des EGX Festivals. Alles war ausgebucht und ich gestresst, nach anderthalb Stunden schrieben mit jedoch meine Freunde in Leicester, dass ich bei ihnen übernachten könnte, hurra!
Total ausgelaugt von der Unterkunftssuche, machte ich mich gegen Mitternacht auf ins Bett, um ein wenig Schlaf zu fassen. Kurz darauf kam Martino rein, der zuvor mit Elizabeth essen gegangen war und richtete die schönsten Worte an mich, die ich jeweils zuvor von einem Menschen gehört hatte und viele Umarmungen folgten. Geovana hatte sich noch nicht verabschiedet, da sie um 3 Uhr mit mir aufstehen wollte. Als ich nach knappen drei Stunden halb wach liegend im Bett aufstand, folgte mir Geovana ganz nach ihrem Spitznamen "little shadow" wortlos in das Wohnzimmer. Zu meiner Überraschung war auch Martino da, der keinen Schlaf finden konnte, bisher war noch kein Ersatz für mich am Start. Ich begann meine letzten Sachen zu packen und darauf folgte der schwerste Abschied meines Lebens, der mir nun, drei Tage danach, noch einen Kloss im Hals beschert. Geovanas Worte, bitte geh nicht, warum musst du gehen, verschieb doch deinen Flug, machten es nicht einfacher. Es folgten mehrfache, nie endende Umarmungen von jedem und irgendwie schuf ich es um halb 4 Uhr Morgens das Hostel zu verlassen. Trotz der Gewissheit, wieder zurück zu kehren und dem Wiedersehen mit Geovana in zwei Monaten fühlt es sich immer noch wie ein grosser Fehler an.
Wie in Trance bewegte ich mich zur Busstation am Bahnhof, nahm den Bus an den Flughafen, stieg in den Flieger nach Rom, flog von dort nach London, fuhr eine Stunde mit der Tube zur Victoria Coach Station, fuhr von dort vier Stunden nach Birmingham und nahm von dort den Zug nach Leicester. Begleitet von liebreizenden Nachrichten Geovanas, wie sehr sie mich alle bereits vermissten und wie verdammt hart es war mein Bett am Morgen neu zu beziehen. Abends um 19 Uhr traf ich endlich in Leicester ein, wo ich schon von Laura erwartet wurde. Korrekt British fingen wir sogleich an zu trinken und begaben uns auf den Leicester Tapas Trail. Wenig gesellte sich auch Mike zu uns, der die Stunden vorher einen Punk Song im Studio zum
#Piggate Vorfall, der gerade die runde in den Medien machte, aufgenommen hatte. Köstliches Essen, viel Bier, ein Wiedersehen mit Freunden, der Abschied von Palermo rückte für ein paar Stunden in den Hintergrund. Ich beschloss jedoch, den Tag danach noch nicht nach Birmingham zu gehen, ich brauchte ein wenig mentale Erholung. Der Freitag verlief dementsprechend ereignislos. Mike und ich fingen bereits um drei Uhr Nachmittags an zu trinken und setzten dies fort bis um ein Uhr Nachts. Ich wusste, dass ich auch am nächsten Tag nicht an die EGX gehen werde.
Hier bin ich nun wieder in Leicester, es ist Freitag Nachmittag, der Tag bisher zum Wohlgefallen Bob Marleys verbracht worden und frage mich stets, warum ich Palermo verlassen habe. Selten waren mir bisher Menschen so sehr ans Herz gewachsen, dass ich mir vorstellen könnte die nächsten Jahre mit ihnen zu verbringen. Jede Faser meines Körpers scheint noch in Palermo verankert zu sein und ist bis fast zur Überstrapazierung gespannt. Ein Ziehen im Herzen, Tränen vor Freude, des Glücks, der unfassbaren Schönheit des Lebens und der Dankbarkeit, diesen Schmerz spüren zu dürfen.
Ti amo,
Patrick