Montag, 7. September 2015

Abschied

Heimkommen, für viele Vollblut Reisende das Schlimmste. Meist dauert es mehrere Wochen, um mental wieder komplett zu Hause anzukommen. Einiges schmerzlicher ist jedoch das Abschied nehmen.

Die Dauer der Bekanntschaften spielt keine Rolle, nur die Intensivität. Manche fallen leichter, andere scheinen die Welt zum Stillstand zu bringen. Ein Wiedersehen ist meist ungewiss, leb wohl ist nicht selten wortwörtlich zu verstehen. Worte bleiben ungesagt, der Austausch von Facebook und anderen Daten wird versäumt. Manche bleiben ein Leben lang in Erinnerung, die Namen jedoch vergessen. Kleine magische Momente, die genau dies bleiben sollen und nicht vom Trott des Alltages zerstört werden.

Auch wenn das Schicksal gnädig ist und ein baldiges Wiedersehen ermöglicht, trennen sich die Wege nach kurzer Zeit bald wieder; für immer. Doch es gibt sie, die Ausnahmen. Personen, deren Pfade nach nur wenigen Tagen untrennbar verknüpft sind und den weiteren Lebensweg zusammen beschreiten.

Ausnahmen sind leider nicht die Regel und so suhlen wir uns in den verpassten Chancen und erinnern uns an die intensiven Momente vergangener Tage mit der Gewissheit, dass die nächste kommen wird. Irgendwann. Und mit Glück wird sie bleiben.


In Memoriam:

- Rothaarige Isländerin, welche für eine äusserst unterhaltsame Autofahrt von Reykjavik nach Akureyri gesorgt hat

- Texanerin in San Sebastian, welche durch ihre Nacktzeichnungen und dem Strandspaziergang bei Vollmond verzauberte

- Norwegerin in Bangkok, welche sofort auf der selben Wellenlänge war und man nie wusste, ob sie geistig im klaren ist

...und alle anderen wundervollen Menschen, die mir auf meinen Reisen begegnet sind.

Meine Liebe ist mit euch.

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